Am Sonntag, dem 19.10.2025 wurde unsere Dienstmannschaft gegen 11:45 Uhr zu einer Wanderin am Gipfelgrat der Gederer Wand alarmiert. Eine 32-jährige Frau aus dem Landkreis war gestürzt und 10-20 m über steiles, felsdurchsetztes Waldgelände abgerutscht.
Aufgrund der schlechten Mobilfunkabdeckung in dem Gebiet blieben zunächst die genaue Örtlichkeit und das Verletzungsmuster unklar. Aus diesem Grund rückte eine Gruppe der Wasserburger Bergwacht von oben und sieben Einsatzkräfte der Bergwacht Aschau von unten in Richtung Gederer Wand aus.
Drei Bergwachtmänner der Wasserburger Bergwacht erreichten die Einsatzstelle zeitgleich mit dem parallel alarmierten Rettungshubschrauber Christoph 1, der seinen Notarzt und einen Notfallsanitäter per Winde an der Unfallstelle absetzte. Zur weiteren Absicherung in dem Steilgelände nahm Christoph 1 noch zwei Luftretter der Bereitschaften Wasserburg und Aschau an der Steinlingalm auf und flog sie zur Unfallstelle. Nach der medizinischen Versorgung der leichtverletzten Patientin wurde diese vom Hubschrauber mit dem Rettungssitz per Winde aufgenommen und in die Klinik nach Prien geflogen.
Insgesamt waren 5 Einsatzkräfte der Bergwacht Wasserburg und acht der Bergwacht Aschau rund eineinhalb Stunden im Einsatz.
Die Bergwacht Wasserburg lädt am Donnerstag, dem 20. November zur neuen Multivisions-Show „Zeit zum Atmen“ des berühmten Extrembergsteigers und Alpinisten Alexander Huber ein. Der Einlass beginnt um 19:00 Uhr, der Vortrag startet um 20:00 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf ab Freitag, dem 10. Oktober für 29,00 Euro bei der Buchhandlung Herzog, Salzsenderzeile 10 in Wasserburg, Tel: 08071/4714. Eventuelle Restkarten gibt es an der Abendkasse – es gilt freie Platzwahl. Die Eintrittspreise werden der Bergwacht gespendet und unterstützen diese bei Ihrer Arbeit.
Alexander Huber bewegt sich in Grenzbereichen der vertikalen Welt, im elften Grad alpiner Wände wie auch an den großen Bergen der Welt. Der Extremkletterer zeichnet ein lebendiges Bild vom modernen Alpinismus, zeigt extremes Freiklettern in den Alpen, auf Sardinien wie auch in der Kälte und dünnen Luft der großen Höhe an den wilden Bergen Pakistans. Die unglaublichen Bilder, arrangiert mit faszinierenden Filmsequenzen und steiler Musik sind ein Erlebnis der besonderen Art.
Totgeglaubte leben länger. Als man Ende der 80er den Alpinismus zu Grabe trug, weil jeder Gipfel schon bestiegen schien, da hatte man die Rechnung ohne die neue Kreativkletterer-Generation gemacht. Denn beim Alpinismus, wie ihn die Huberbuam verstehen, ist der Weg das Ziel. Dieser Weg führt über Grate und schwierige Wände und soll mal extrem schnell und mal unter Extrembedingungen gemeistert werden. Klettern im elften Grad – das ist Sport mit hoher physischer und psychischer Belastung. Die schwierigsten Kletterstellen solcher Routen erfordern ein ausgeprägtes Gefühl für die richtige Bewegung am Fels und ein enormes Kraftpotenzial. Daraus, „wie“ der Kletterer diese Herausforderung meistert, ergibt sich die Spannung im Vortrag von Alexander Huber.
Dabei werden die Zuschauer mit auf die Reise zu einem 2500 Meter hohen Felspfeiler im Karakorum genommen und sehen spektakuläre Bilder am größten Überhang Europas auf Sardinien. Dazu eine Begehung der Watzmann Ostwand mit dem Vater und ein besonderes Musikprojekt am Heidenpfeiler in der Pfalz – alles das zeigt ein buntes Bild der Berge.
Der Jüngere der zwei Huberbuam rückt damit die steile Bergwelt in ein neues Licht. Er zeigt seine schönsten und auch prägendsten Momente, die aus einem Zusammenspiel von Kreativität und Disziplin, aus gemeinsamen Zielen und bewussten Alleingängen entstehen. Die Passion Berg steht dabei als Metapher für das Leben und lässt Raum für Betrachtungen von beeindruckend bildgewaltigen Standpunkten: Zeit zum Atmen – denn es ist nicht der Berg, den man bezwingt, sondern immer nur das eigene Ich!
Alexander wird am 30.12.1968 im oberbayerischen Trostberg als zweites von drei Kindern geboren. Schon von früher Kindheit an werden die Kinder von den Eltern, Thomas und Maria Huber, in die Welt der Berge entführt und vor allem der Vater legt den Grundstein zum Extremalpinismus seiner Söhne. So werden mit dem Vater regelmäßig die Westalpen besucht und dabei nicht weniger als 30 Viertausender bestiegen. Ab dem 15. Lebensjahr bildet dann die Seilschaft der Huberbuam die Grundlage für die weitere Entwicklung. Der staatlich geprüfte Bergführer und Diplomphysiker zählt heute zu den erfolgreichsten Allroundbergsteigern der Welt.
Bekannt wurde Alexander zuerst durch seine Erfolge im Sportklettern. Seine Erstbegehungen Om (XI/9a) und Open Air (XI+/9a+) – der damals schwierigsten Kletterroute der Welt – brachten ihn Mitte der Neunziger an die Spitze der Sportkletterszene. Zudem gelingt ihm 1995 an der 1000 Meter hohen Granitmauer des El Capitan im Yosemite Valley die erste Rotpunktbegehung der legendären Salathé (X-/5.13b) – und gilt heute mit der Zodiac (X/5.13d) und fünf weiteren ersten freien Begehungen am El Capitan als der Protagonist des Freikletterns an Bigwalls.
1997 leitet er die Expedition zum Latok II (7108m) und es gelingt die erste Begehung der Westwand. Er und sein Team übertragen damit erstmals das Bigwallklettern auf über 6000 Meter und damit auf die großen Berge der Welt. Ein Jahr später steht er dazu noch auf dem Gipfel des sechsthöchsten Berges der Welt, dem Cho Oyu (8201m), und auch andere Weltberge wie der Cerro Torre und der Fitz Roy in Patagonien gehören zu seiner Liste erfolgreicher Besteigungen. Ende 2008 bestiegen die Huberbuam mit dem Ulvetanna den schwierigsten Berg der Antarktis und hinterließen mit der Erstbegehung der Westwand des Holtanna die schwierigste Route auf dem vereisten Kontinent. Weitere Höhepunkt bilden die 2009 realisierte erste freie Begehung der berühmten Route Eternal Flame am Nameless Tower (6251m) und die Erstbegehung von The Big Easy – der weltweit längsten Felskletterei am Südpfeiler der Choktoi Ri (6166m) im Zentralen Karakorum.
Im Winter 2000 eröffnet er an der Westlichen Zinnen im Alleingang eine neue Route im großen Dach der Nordwand, ein Jahr später klettert er genau diese Route, die Bellavista (XI-/8c) schließlich frei und kreierte damit eine der schwierigsten alpinen Felsrouten überhaupt. Eine weitere Steigerung gelang ihm dann nochmals im Jahr 2006, als er mit seiner Erstbegehung Pan Aroma (XI-/8c) eine frei kletterbare Linie durch das zentrale Dach legte.
Ebenfalls an den Drei Zinnen klettert er 2002 die Direttissima (VIII+/7a+) der Großen Zinne free solo, zwei Jahre später verschiebt er nochmals die Grenzen mit der Route Kommunist (X+/8b+), der weltweit einzigen Route in diesem Grad, die free solo geklettert wurde. Mit dem Grand Capucin gelingt ihm im August 2008 die erste Free-Solo-Besteigung des schwierigsten Alpengipfels.
Alexander und Thomas sind Allrounder und genau diese Fähigkeiten ermöglichen es den beiden, zum kleinen Kreis der schnellsten Seilschaften der Welt zu gehören. Derzeit halten die Huberbuam mit der Zodiac in 1:51,34 die schnellste Begehung eines Big Walls am El Capitan, genauso wie sie 2007 und 2008 mit der Nose in 2:45,45 den Speed-Rekord an der wohl berühmtesten Felsroute der Welt hielten. Die Versuche, den Speed-Rekord an der Nose zu holen, bildeten die Grundlage zum Kinofilm Am Limit.
Über eine großzügige Spende von der Bürgerstiftung Rosenheimer Land konnten sich die Bergwachtbereitschaften in unserer Region freuen. Durch die bayernweite Einführung des Digitalfunks wurde auch bei der Bergwacht eine technische Umstellung auf neue Funkmeldeempfänger notwendig. Die ehrenamtlichen Bergwachtbereitschaften zwischen Kampenwand und Tegernsee, zusammengefasst in der Bergwachtregion Hochland-Ost, mussten hierfür einen erheblichen finanziellen Eigenbeitrag leisten.
Dank der Unterstützung der Bürgerstiftung Rosenheimer Land in Höhe von 7.500 Euro konnte ein Großteil dieser Kosten aufgefangen werden. Die Spende stellt nicht nur eine wertvolle finanzielle Hilfe dar, sondern ist auch ein Zeichen der Anerkennung für die wichtige Arbeit der Bergwacht in unserer Region.
v. li.:
Werner Haas (Revisor der Bergwachtregion Hochland-Ost), Johann Hell (Leiter Stiftungs- und Generationenmanagement der meine Volksbank Raiffeisenbank eG), Klaus Opperer (Regionalleiter der Bergwachtregion Hochland-Ost), Martin Klampfleitner (Stiftungsbeauftragter der meine Volksbank Raiffeisenbank eG) und Simon Schatzeder (Stellv. Bereitschaftsleiter der Bergwacht Wasserburg)
Zur Bergmesse auf der Kampenwand lädt die Wasserburger Bergwacht-Bereitschaft wieder alle Bergwanderer, Kletterer, Mountainbiker und sonstigen Bergbegeisterten am Freitag den 3. Oktober um 11:00 Uhr an der Diensthütte unterhalb der Steinling-Almen ein. Zelebrant ist wie letztes Jahr Pater Dr. Anton Dimpflmaier aus Gars.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Auf euer Kommen freuen sich die Wasserburger Bergwachtler
Das angenehme spätsommerliche Wetter und die Gedenkmesse für die Kriegsgefallenen des Chiemgaus lockten am vergangenen Sonntag viele Wanderer und Besucher auf die Kampenwand.
Die Dienstmannschaft der Wasserburger Bergwacht wurde am 31.08.25 zu insgesamt drei Notfällen alarmiert.
Während der Bergmesse war eine 58-jährige Urlauberin beim Abstieg vom Ostgipfel der Kampenwand gestürzt und hatte sich schwer am Bein verletzt. Drei Einsatzkräfte der Bergwacht und der Wasserburger Bergwachtnotarzt stiegen zu der Verunfallten auf und versorgten die Verletzungen. Zum schonenden und schnellen Abtransport wurde der Rettungshubschrauber Christoph 14 angefordert, der die Frau per Winde aufnahm und direkt in die Traunsteiner Klinik flog.
Direkt im Anschluss benötigte ein 78-jähriger Mann aus dem Landkreis aufgrund eines internistischen Notfalls die Hilfe der Bergwacht. Der Mann konnte nach notärztlicher Versorgung sicher ins Tal gebracht werden.
Gegen 15:30 erfolgte die dritte Alarmierung des Tages – ein 76-jähriger Mann hatte sich auf dem Weg nach Aschau auf Höhe des Liftstüberls am Bein verletzt und konnte den Abstieg nicht mehr selbständig fortsetzen. Der Mann wurde von der Bergwacht nach Aschau gebracht, von wo er zur weiteren Behandlung in eine Klinik gebracht wurde.
Fünf Einsatzkräfte der Wasserburger Bergwacht und der Bergwachtnotarzt waren rund 4,5 Stunden im Einsatz
Der diesjährige Bereitschaftsausflug führte uns vom 29.-31. August mit 16 Teilnehmern in die Livigno-Alpen.
Von einer Skitourenwoche auf dem Rifugio Federico Valgoi waren fünf unserer Bergwachtler so begeistert, dass das Ziel für den Kletterausflug 2025 schnell feststand. Trotz wechselhaftem Wetter und anspruchsvollen Bedingungen gelangen einige schöne Touren auf wenig begangenen Graten und Gipfeln.
Während ein Gewitter am ersten Tag nur den Hüttenzustieg und eine kurze Wanderung im Talschluss des Val Dosdé zuließ, wurde tags darauf der Grat vom Piz Cunfin zum Pizzo della Valle überschritten. Am Sonntag wurde schließlich in mehreren Partien der Südwestgrat und der Normalweg zur Cima Viola (3.374 m), sowie der Ostgrat der Cima Saoseo (3.264 m) durchstiegen. Der jährliche Alpinausflug bietet abseits des Dienstgeschehens Raum für gemeinsame Berg- und Klettertouren und gesellige Hüttenabende.
Großer Dank gilt auch Adriano Greco – den berühmten italienischen Extrembergsteiger und Hüttenwirt – der uns mit seiner Familie drei Tage lang perfekt und gastfreundlich bewirtet hat.
Am Samstag, dem 23. August 2025 wurde unsere Dienstmannschaft gegen 14:30 Uhr zu einer verletzten Wanderin unterhalb der Kaisersäle alarmiert. Eine 43-jährige Frau aus Niederbayern hatte sich im Abstieg vom Ostgipfel am Bein verletzt und konnte nicht mehr selbständig absteigen.
Vier Einsatzkräfte stiegen zu der Frau auf, versorgten die Verletzung und bereiteten den Abtransport per Hubschrauber vor. Der Rettungshubschrauber Christoph Murnau nahm an der Steinlingalm einen Bergwacht-Luftretter auf, setzte diesen zusammen mit dem Notarzt per Winde an der Unfallstelle ab und nahm die Patientin – im Rettungssitz gesichert – in einem weiteren Windengang auf. Die Frau wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus nach Prien geflogen.
Fünf Einsatzkräfte der Bergwacht Wasserburg waren ca eineinhalb Stunden im Einsatz.
Zu einer Patientin mit einer Sprunggelenksverletzung wurde unsere Dienstmannschaft am Samstag, dem 19.07. gegen 16:00 Uhr alarmiert.
Die 83-jährige Wanderin aus München war im Bereich der Talabfahrt oberhalb der sog. Sonnenkurve gestürzt und hatte sich schmerzhaft am Bein verletzt.
Sechs Einsatzkräfte, darunter ein Bergwachtnotarzt der Wasserburger Bereitschaft fuhren mit dem Mannschaftsfahrzeug und dem ATV zur Einsatzstelle und versorgten die Patientin medizinisch. Die Frau wurde im Bergrettungssack gelagert und zum Rettungsfahrzeug der Bergwacht Aschau getragen, das parallel vom Tal zur Unfallstelle ausgerückt war. Die Patientin wurde nach Aschau gebracht und dort an den Landrettungsdienst zum weiteren Transport in die Klinik übergeben.
Neun Einsatzkräfte waren rund eineinhalb Stunden im Einsatz.
Die Sommersaison ist in vollem Gange, das zeigt sich auch an den Einsatzzahlen der Wasserburger Bergwacht. Zu drei Einsätzen hintereinander wurde unsere Bereitschaft am Sonntag, dem 13. Juli alarmierte
Während des Berglaufes von Aschau zur Steinlingalm verletzte sich ein Bergläufer aus dem Landkreis noch vor dem Zieleinlauf schmerzhaft am Sprunggelenk. Er schaffte es noch bis ins Ziel, musste allerdings vom Sanitätsdienst der Bergwacht versorgt und ins Tal zur weiteren Behandlung gebracht werden. Bemerkenswert ist, dass der Läufer trotz seiner Verletzung noch den zweiten Platz in seiner Altersklasse erringen konnte.
Gegen Mittag folgte eine Alarmierung zur Sonnenalm. Eine 86-jährige Frau aus Niederbayern war mit akuten Kreislaufproblemen zusammengebrochen. Ein Bergwachtnotfallsanitäter fuhr mit einer weiteren Einsatzkraft per ATV zur Sonnenalm und übernahm die Erstversorgung. Die Patientin wurde von den Bergwachtmännern per Seilbahn ins Tal begleitet und dem Landrettungsdienst übergeben.
Unmittelbar nach der Rückkehr der beiden Einsatzkräfte auf die Diensthütte, folgte der nächste Anruf. Ein 80-jähriger Urlauber klagte über akute Erschöpfungsbeschwerden und konnte mit seinem Rollator zwischen Steinlingalm und Staffelstein nicht mehr aus eigener Kraft zur Seilbahn gehen. Während eines starken Platzregens fuhren zwei Einsatzkräfte zu dem bereits stark durchnässten Patienten und brachten ihn per ATV zur Sonnenalm. Von dort wurde der Mann ins Tal begleitet und von seinem Sohn nach Hause gebracht.
Vier Einsatzkräfte waren insgesamt fünf Stunden im Einsatz.
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