Spende an die Bergwacht Wasserburg

Der Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.V. hat die Bergwacht Wasserburg mit einer großzügigen Spende in Höhe von 3.000,00 € unterstützt.

Durch die Spende wurde die Anschaffung eines ATV (All Terrain Vehicle) unterstützt. Das Einsatzfahrzeug erleichtert die Einsätze der Bergwacht auf der Kampenwand im Sommer und Winter erheblich und sorgt für schnellere und reibungslosere Einsätze.

Moritz Kammermeier (Anlageberater der Sparda-Bank Wasserburg) und Florian Zwingler (stellv. Bereitschaftsleiter der Bergwacht Wasserburg)
Moritz Kammermeier (Anlageberater der Sparda-Bank Wasserburg) und Florian Zwingler (stellv. Bereitschaftsleiter der Bergwacht Wasserburg)

Quelle: Pressebericht Sparda-Bank

221023_geologische_Wanderung_Kampenwand

Ausbildung Naturschutz und Gebietskunde

Am 23. Oktober 2022 fand unter fachkundiger Führung unseres Mitglieds und Dipl.-Geologen Korbinian Schmid an der Kampenwand die jährliche Naturschutzwanderung der Bergwacht Wasserburg unter dem Motto „Geotope im Dienstgebiet“ statt. Dazu trafen sich 12 interessierte Bergwachtlerinnen und Bergwachtler am Parkplatz in Hintergschwendt. Die Wanderung führte vorbei an der Wasserfassung der Aufschlagswasser-Leitung für die ehemalige Soleleitungs-Pumpstation in Bernau zum ersten Geotop, dem Zwölferturm. Der auch als Gederer Pfeiler bezeichnete, imposante Felsturm besteht wie die Gedererwand und die Kampenwand aus Wettersteinkalk und bildet die nördliche Begrenzung der sogenannten Kampenwandmulde. Der Wettersteinkalk wird an der Gedererwand von weichen Mergelgesteinen unterlagert. Dieser Untergrund gibt langsam nach, wodurch der Zwölferturm sich zunehmend von der Gedererwand abspaltet.

Danach ging es vorbei an dem aus Hauptdolomit aufgebauten Sulten zum Dolinenfeld im Roßboden, in der Nähe der Gederer Alm. Die Dolinen sind durch Lösungsvorgänge (Auslaugung) von Gips in den hier verbreiteten Raibler Schichten entstanden.

Die Naturschutzwanderung führte weiter über das Kaufmann-Gedenkkreuz auf die Südseite der Kampenwand und von dort zum Ostgipfel. Die Schichten des Wettersteinkalks wurden hier an der Südseite der Kampenwandmulde im Zuge der Alpenfaltung stark verformt und steil aufgestellt. Der Abstieg vom Gipfel erfolgte über den Normalweg durch die Kaisersäle. Diese enge, verwinkelte Schlucht durchzieht die stärker zerbrochenen und zerrissenen Bereiche zwischen den Gesteinsbänken im östlichen Teil der Kampenwand. An die Kaisersäle schließt sich im Westen das sogenannte Schneeloch an, ein tiefer Bergzerreißungs-Spalt im Gipfelkamm, der häufig bis in den Sommer hinein mit Schnee gefüllt ist.

Kurz vor dem Erreichen der Bergwachthütte wurde noch am letzten Geotop der Naturschutzwanderung, den Steinlingfelsen, Halt gemacht. Bei den Felsblöcken handelt es sich nicht – wie vielfach vermutet – um Felssturzmaterial aus dem Bereich des Gipfelkamms der Kampenwand, sondern um an Ort und Stelle herausgewitterte Gesteinsbänke eines löchrigen Dolomitgesteins der Raibler Schichten.

Nach der ausführlichen Wanderung gab es dann auf der Diensthütte der Bergwacht Wasserburg die wohlverdiente Stärkung in Form von Brezen und Weißwürsten.

Gegen 13:30 Uhr wurde die Dienstmannschaft dann zu einem verunfallten Wanderer auf dem Weg vom Gipfel der Gedererwand zum Roßboden alarmiert. Ein 48-jähriger Mann aus dem Landkreis Traunstein war auf dem schmalen Wanderweg ausgerutscht und hatte sich die Schulter ausgerenkt. Drei Einsatzkräfte rückten zu Fuß zum Unfallort aus und übernahmen die Erstversorgung. Das Angebot einer schnellen und schonenden Hubschrauberbergung lehnte der Patient dankend ab und stieg stattdessen mit den Bergwachtlern zu Fuß in ca. 45 Minuten Gehzeit zur Straße unterhalb der Steinlingalm auf. Von dort bestellte die Bergwacht einen Rettungswagen und den Landrettungsnotarzt nach Hintergschwendt und fuhr den Mann mit dem Bergwachtfahrzeug ins Tal. Der Notarzt versorgte den Patienten weiter und begleitete den Mann in das nächste Klinikum.

Vier Einsatzkräfte waren ca. 2 Stunden lang im Einsatz.

Kampenwandmulde_Profil
Kampenwandmulde_Profil
Ausbildung in den Karnischen Alpen

Ausbildung in den Karnischen Alpen

In diesem Jahr führte der alljährliche Berg- und Kletterausflug der Wasserburger Bergwacht in die Karnischen Alpen rund um den Stützpunkt Rifugio Pierfortunato Calvi.
Am Freitag, dem 23. September starteten acht Bergwachtler im Kärntner Lesachtal und wanderten gemeinsam zu der jenseits der Grenze liegenden italienischen Calvi-Hütte. Von diesem Stützpunkt konnten trotz nur mäßigen Wetterverhältnissen zahlreiche schöne und anspruchsvolle Touren unternommen werden.

Am noch sonnigen Freitag wurde u.a. die Raudenspitze überschritten, die Kletterer zog es in die Pic Chiadenis Nordwand bzw. zum Südpfeiler am gleichen Berg – alles Touren im IV. und V. Schwierigkeitsgrad.

Das Wochenende bescherte starken Nebel ohne Sicht, aber Gottseidank keinen Regen, so dass am Samstag auf alten Steigen aus dem 1. Weltkrieg der Monte Avanza und die Klettersteigüberschreitung des Monte Chiadenis begangen werden konnte. Interessant waren die zahlreichen Stellungen und Bunker aus den Jahren 1917/1918 und die noch überall verstreuten Kampf- und Munitionsreste, die an diesen schrecklichen Gebirgskrieg erinnerten.

Am Sonntag folgte noch die Überschreitung des Monte Peralba, sem mit 2.694 m höchsten Gipfels des Gebietes. Mit dem Abstieg ins österreichische Lesachtal endete ein zwar nicht von gutem Wetter begleiteter aber dennoch sehr gelungener Bergwachtausflug.

Gute Nachrichten!

Wenn uns Nachrichten wie diese erreichen, freuen wir uns ganz Besonders. Der schönste Lohn für unsere Arbeit!

Wir sind froh, dass alles gut ausgegangen ist!

Bergwacht mahnt zur Vorsicht

Das Interview ist am 21.02.22 im Oberbayerischen Volksblatt erschienen:

Wasserburg – Lawinenabgänge reißen alljährlich in den verschneiten
Alpen zahlreiche Menschen in den Tod, allein Anfang des Monats gab es
in Tirol rund zehn Opfer. Auch in den bayerischen Alpen gab es in dieser
Wintersaison bereits mehrere Lawinenunfälle, wie Werner Haas von der
Bergwacht Wasserburg unserer Zeitung berichtete. Eine besondere
Häufung von Lawinenunglücken sei aber nicht feststellbar. Anfang 2022
haben sich schon zwei tödliche Unfälle ereignet – auf dem Steintalhörndl
und der Hocheisspitze in den Berchtesgadener Alpen. Davor wurden 2019
zwei Menschen in Bayern Opfer von Lawinenabgängen.

„Das wichtigste für den Skitourengeher ist eine gewissenhafte
Tourenplanung“ erklärt Haas. Er stellt oft fest, dass die unter anderem im
Internet veröffentlichten , sehr detaillierten Lawinenlageberichte nicht
aufmerksam genug gelesen würden. Nur auf die Warnstufen von eins bis
fünf zu schauen, genüge nicht.

Wenn eine Lawine den Berg herabstürzt, sei dies durch den
Schneedeckenaufbau zu erklären, so Haas. Ende Januar sei sehr viel
Neuschnee auf einmal zusammengekommen, und dieser Schnee sei auf
eine eisige Altschneedecke gefallen: „Dann verbinden sich die Schichten
nicht recht, was zu Abrissen führen kann“, so der Bergwachtler. Die Zahl
der gesamten Einsätze im Einzugsbereich der Bergwacht rund um die
Kampenwand beziffert er auf acht – in den Monaten Dezember und Januar.
Darunter fällt die Bergung eines 63-jährigen Rodlers, der beim Aufstieg
einen Herzanfall hatte. Lawinenunfälle habe es in dem Zeitraum an der
Kampenwand keine gegeben. Beim jüngsten Unfall stürzte vergangenes
Wochenende ein 45-jähriger Münchner bei der Abfahrt mit seinem Rodel
in einen Bach und zog sich mittelschwere Verletzungen zu.

1000 bis 2000 Bergfans stürmen laut Haas an schönen Tagen die
Kampenwand, darunter sind nach seiner Beobachtung immer mehr
Skitourengeher. „Das ist in den letzten Jahren ein extremer Trend
geworden.“ Und er warnt: Viele Sportler würden abseits von Pisten ins
verschneite Gelände gehen, wo sie die Gefahren wegen fehlender
Bergerfahrung nicht einschätzen könnten. Manche würden es auch mit der
Ausrüstung nicht so genau nehmen, zu der ein Verschüttetensuchgerät,
eine Schaufel und eine Lawinensonde gehörten. „Diejenigen, die diese
Sachen nicht dabei haben, begeben sich in Gefahr“, mahnt der Bergwachtler.

Die Bergretter mit den neuen E-Bikes …

Zeit bis zum Helfen extrem verkürzt: Wasserburger Bergwacht bedankt sich herzlichst bei der Fahrradwelt Huber als Sponsor

Die Bergwacht Wasserburg bekam Ende August zwei hochwertige, geländetaugliche Einsatz-E-Bikes im Wert von je 5.400 Euro von der Fahrradwelt Huber gespendet. Die Fahrräder leisten seither wertvolle Dienste und wurden bereits bei mehreren Einsätzen genutzt.

Die E-Bikes verkürzen die Zeit bis zum Eintreffen beim Patienten teilweise ganz deutlich. Insbesondere Einsatzstellen auf der Westseite der Kampenwand, die durch ihre hohe Frequentierung durch die Bergstation der Seilbahn und auch durch den Gleitschirm-Startplatz einen Einsatzschwerpunkt darstellt, können von der Bergwacht-Diensthütte mittlerweile auch mit schwerem Gepäck innerhalb von Minuten erreicht werden.

So konnten in den letzten 14 Tagen bereits vier Patienten von den neuen Einsatzfahrzeugen profitieren:
Unter anderem war ein Gleitschirmpilot aus dem Landkreis bei einem missglückten Startmanöver aus mehreren Metern Höhe zu Boden gestürzt und wurde mittelschwer verletzt.
Eine verstiegene Wanderin stürzte abseits des Weges unterhalb des sogenannten Jagersteiges 35 m über steiles und felsdurchsetztes Gelände in ein Bachbett ab. Die schwerverletzte Frau wurde von der Bergwacht erstversorgt und mit der Winde vom Rettungshubschrauber Christoph 1 aus München aus dem Steilgelände geborgen. Die Einsatzstelle konnte mit den E-Bikes innerhalb von zehn Minuten erreicht werden. Ein Anmarsch mit dem notwendigen Seil- und Rettungsmaterial hätte zu Fuß mindestens 30-40 Minuten gedauert.

Am Wochenende konnte eine plötzlich akut internistisch erkrankte Frau an der Sonnenalm schnell erstversorgt werden und nach notärztlicher Behandlung mit dem Traunsteiner Rettungshubschrauber Christoph 14 in die Klinik gebracht werden.
Am gestrigen Sonntag konnte zudem eine verstiegene Person im Bereich der Scheibenwände schnell durch die Dienstmannschaft der Bergwacht erreicht werden und ein größerer Sucheinsatz verhindert werden.

Die Bergwacht Wasserburg bedankt sich auf diesem Wege nochmals ganz herzlich bei der Fahrradwelt Huber für die wertvolle Spende!

Quelle:

Erschienen Wasserburger Stimme am 11.10.21

https://www.wasserburger-stimme.de/blog/2021/10/11/die-bergretter-mit-den-neuen-e-bikes/

Gründung Spezialeinheit für Evakuierungsfälle im Gebirge

BERGWACHT WASSERBURG KÜNFTIG ÜBERREGIONAL BEI GROSSEINSÄTZEN IN DER VERANTWORTUNG

– Gründung einer Spezialeinheit für Evakuierungsfälle im Gebirge –

„Nächtlicher Großbrand auf einer voll besetzten Alpenvereinshütte“, „Technischer Defekt einer voll besetzten Seilbahn bei Minusgraden und Schneefall“, „Massenanfall von Verletzten bei einer Großveranstaltung im Gebirge“, „Evakuierung nach einem großen Lawinenabgang“. So, oder so ähnlich könnten die Einsatzmeldungen zu Großschadensereignissen lauten, auf die die Bergwacht Bayern vorbereitet sein möchte.

Gerade diverse Seilbahnstillstände, die sich in den letzten Jahren im Alpenraum ereignet hatten, haben gezeigt, dass einzelne Bergwachtbereitschaften technisch und personell sehr schnell an ihre Grenzen kommen. Grund genug für die Bergwacht Bayern, die Neugründung einer Spezialeinheit für Evakuierungen unter ihren 116 Bereitschaften auszuschreiben. Den Zuschlag für diese Spezialaufgaben hat nun die Bergwacht Wasserburg für den östlichen bayerischen Alpenraum, die Bergwacht Oberammergau für den westlichen Raum erhalten. „Unser Standort in Wasserburg, vor den Bergen und zentral zwischen Berchtesgaden und Lenggries gelegen, ist ein klarer Vorteil“, so Bereitschaftsleiter Simon Bierwirth von der Wasserburger Bergwacht. „In einer Zeit von maximal eineinhalb Stunden können wir jeden Talort zwischen Watzmann und Benediktenwand erreichen und besonderes Rettungsmaterial und speziell trainiertes und geschultes Personal an die Einsatzstelle bringen.“ Das Depot im Burgerfeld wurde mit einem eigenen Einsatzanhänger ausgerüstet, der u.a. mit Seilen, Seilbahnbergegeräten, Großraumzelten und auch Kleidung, Schuhen und Beleuchtung für bis zu 20 Personen ausgestattet ist. Um diese zusätzliche Ausrüstung samt Fahrzeug unterbringen zu können, muss das bestehende Depot in der Franz-Winkler-Straße erweitert werden. Das jetzige Nebengebäude wird abgerissen und durch eine neue Garage ersetzt. „Die Bereitstellung dieser Evakuierungseinheit, aber auch die Aus- und Fortbildung für Seilbahnbergungen und Katastropheneinsätze stellt unsere ehrenamtliche Bereitschaft zweifellos vor große Herausforderungen“, so Bierwirth. Neben der rettungsdienstlichen Betreuung der Kampenwand an Wochenenden und Feiertagen müsse die Mannschaft quasi rund um die Uhr im südbayerischen Raum auch für Großeinsätze bereit sein und in kurzer Zeit zur Verfügung stehen. „Aufgrund der guten personellen Ausstattung unserer Mannschaft sehen wir uns dieser Herausforderungen gewachsen und freuen uns auf die Übernahme dieser interessanten Spezialaufgabe“, so Simon Bierwirth.

Mit Thomas Mittermair vom Wildfreizeitpark und Harald Niederlöhner vom Waldseilgarten in Oberreith haben die Wasserburger Bergwachtler bereitwillige Helfer für die Aus- und Weiterbildung in der Seilbahnrettung gefunden. Mittermair stellte am vergangenen Wochenende erstmals seine Anlage für eine Rettungsübung zur Verfügung. An dem 450 Meter langen Stahlseil der dortigen Flying-Fox-Anlage lassen sich ideal alle gängigen Seilbahnrettungstechniken trainieren. 9 Mann der Bergwacht Wasserburg erprobten über mehrere Stunden das neu erhaltene Material und übten sich in Seilbahnevakuierung, dem Transportieren von schweren Lasten im Gelände und dem Bergen von Personen mittels der Konstruktion einer Schrägseilbahn. „Ein rundum gelungener Tag“ freuten sich die Teilnehmer und auch Thomas Mittermair, der im Anschluss noch eine Brotzeit für die Mannschaft im Gasthaus Oberreith organisierte.