Eine Dokuserie zur Arbeit der Bergwacht – 2. Staffel
Bildquelle: 08.05.26 / https://www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/pressemeldungen/20260326-in-hoechster-not-pm-100.html
Eine Dokuserie zur Arbeit der Bergwacht – 2. Staffel
Bildquelle: 08.05.26 / https://www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/pressemeldungen/20260326-in-hoechster-not-pm-100.html
Großes Glück hatte ein 25-jähriger Mann aus dem Raum Regensburg in der Nacht von Montag 05.01.26 auf Dienstag.
Auf der Suche nach einem speziellen Aussichtspunkt auf die Wasserburger Altstadt war der junge Mann gegen 21:30 Uhr allein westlich des Blaufelds an der Abbruchkante des Innhochufers unterwegs. Bei Temperaturen um die -10 Grad rutschte der Mann aus und stürzte rund 20 m über den steilen, hartgefrorenen Abhang in Richtung Inn hinunter. Glücklicherweise nur leicht verletzt setzte er einen Notruf ab, da er sich in der Dunkelheit nicht mehr selbst aus dem steilen Gelände befreien konnte.
Die Rettungsleitstelle alarmierte die Wasserburger Bergwacht, die mit sieben Mann von Neudeck aus zur Einsatzstelle ausrückte. Der Verunfallte wurde mit einem Rettungssitz gesichert und per Flaschenzug am Seil über den Abbruch gezogen. Nach weiterer Versorgung wurde der Mann vom Rettungsdienst in die Wasserburger Klinik gefahren.
Sieben Einsatzkräfte waren rund zwei Stunden lang im Einsatz.

Zu einem nächtlichen Felseinsatz wurde unsere Mannschaft am Abend des 08. November alarmiert.
Zwei 20-jährige Studenten aus dem Landkreis Freising waren am späten Nachmittag eine Route am Gmelchturm geklettert und konnten beim Abseilen ihr verklemmtes Seil nicht mehr abziehen. Die beiden Kletterer saßen in der einbrechenden Dunkelheit auf einem Felsband östlich des Westgipfels fest und konnten sich selbständig aus ihrer misslichen Lage nicht mehr befreien.
Nachdem mehrere vergebliche Versuche das Seil abzuziehen gescheitert waren, riefen die beiden gegen 19:00 Uhr bei der Bergwacht an und erkundigten sich nach einer Abstiegsmöglichkeit, die sie ohne Seil nutzen könnten. Aufgrund der ungünstigen Verhältnisse bei Dunkelheit, Temperaturen um den Nullpunkt und starkem Wind, entschied sich die Bergwacht dazu, die beiden abzuholen.
Zwei Einsatzkräfte stiegen über die Kampenwandüberschreitung zu den beiden Blockierten auf, während drei weitere Bergwachtler den Bereich unter der Nordwand ausleuchteten. Die beiden Kletterer wurden von der Bergwacht rund 40 Meter zum Wandfuß abgeseilt und hinunter zum Weg geführt. Mit dem Bergwachtfahrzeug erreichten die beiden gegen 22:00 Uhr sicher das Tal.
Sechs Einsatzkräfte waren rund 3 Stunden lang im Einsatz.
Hohenlinden/Wasserburg am Inn, 30.10.25 – Große Freude bei der Bergwacht Wasserburg: Die Firma SBS Elektrotechnische Gebäudeplanung GmbH aus Hohenlinden hat der Wasserburger Bergwacht eine Spende in Höhe von 5.000 Euro überreicht. Mit dem Betrag wird die Anschaffung neuer Einsatzbekleidung für die rund 50 aktiven Einsatzkräfte ermöglicht.
Die Bergwacht Wasserburg ist das ganze Jahr über im Einsatz, um Menschen in ihrem Dienstgebiet auf der Kampenwand und überregional im weglosen und alpinen Gelände zu helfen. Dabei spielt eine funktionale und sichere Ausrüstung eine entscheidende Rolle. „Unsere Einsatzkräfte sind bei jedem Wetter draußen – von der Sommerhitze bis zum Schneesturm. Gute Einsatzkleidung ist daher nicht nur Komfort, sondern Lebensversicherung“, erklärt Florian Zwingler, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Wasserburg.
Mit der Spende der Firma SBS kann nun ein Teil der dringend benötigten Ausstattung erneuert werden. „Wir wollten mit unserer Spende diejenigen unterstützen, die in ihrer Freizeit anderen helfen – und das oft unter schwierigen Bedingungen“, sagt Christoph Schmid, Geschäftsführer der SBS Elektrotechnische Gebäudeplanung GmbH. „Das Engagement der Bergwacht verdient großen Respekt und Anerkennung.“
Die Bergwacht Wasserburg finanziert sich überwiegend über Förderbeiträge und Spenden. Ohne solche Unterstützungen wären viele Investitionen, wie die aktuelle Anschaffung der Einsatzkleidung, kaum möglich. „Wir bedanken uns herzlich bei der Firma SBS für die großzügige Unterstützung“, betont Simon Schatzeder, stellv. Bereitschaftsleiter. „Solche Spenden zeigen, dass unsere Arbeit in der Region geschätzt wird – und sie helfen uns, unsere Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten.“
Über SBS Elektrotechnische Gebäudeplanung GmbH:
Die SBS Elektrotechnische Gebäudeplanung GmbH mit Sitz in Hohenlinden ist spezialisiert auf die Planung moderner elektrotechnischer Anlagen für Gebäude und Industrie. Das Unternehmen steht für nachhaltige, energieeffiziente und sichere Lösungen in der Gebäudetechnik.
Auf dem Foto von links nach rechts:
Florian Zwingler (Bereitschaftsleiter), Simon Schatzeder (stellv. Bereitschaftsleiter), Christoph Schmid (Geschäftsführer SBS GmbH), Christina Schmid
Am Sonntag, dem 19.10.2025 wurde unsere Dienstmannschaft gegen 11:45 Uhr zu einer Wanderin am Gipfelgrat der Gederer Wand alarmiert. Eine 32-jährige Frau aus dem Landkreis war gestürzt und 10-20 m über steiles, felsdurchsetztes Waldgelände abgerutscht.
Aufgrund der schlechten Mobilfunkabdeckung in dem Gebiet blieben zunächst die genaue Örtlichkeit und das Verletzungsmuster unklar.
Aus diesem Grund rückte eine Gruppe der Wasserburger Bergwacht von oben und sieben Einsatzkräfte der Bergwacht Aschau von unten in Richtung Gederer Wand aus.
Drei Bergwachtmänner der Wasserburger Bergwacht erreichten die Einsatzstelle zeitgleich mit dem parallel alarmierten Rettungshubschrauber Christoph 1, der seinen Notarzt und einen Notfallsanitäter per Winde an der Unfallstelle absetzte. Zur weiteren Absicherung in dem Steilgelände nahm Christoph 1 noch zwei Luftretter der Bereitschaften Wasserburg und Aschau an der Steinlingalm auf und flog sie zur Unfallstelle.
Nach der medizinischen Versorgung der leichtverletzten Patientin wurde diese vom Hubschrauber mit dem Rettungssitz per Winde aufgenommen und in die Klinik nach Prien geflogen.
Insgesamt waren 5 Einsatzkräfte der Bergwacht Wasserburg und acht der Bergwacht Aschau rund eineinhalb Stunden im Einsatz.




Das angenehme spätsommerliche Wetter und die Gedenkmesse für die Kriegsgefallenen des Chiemgaus lockten am vergangenen Sonntag viele Wanderer und Besucher auf die Kampenwand.
Die Dienstmannschaft der Wasserburger Bergwacht wurde am 31.08.25 zu insgesamt drei Notfällen alarmiert.
Während der Bergmesse war eine 58-jährige Urlauberin beim Abstieg vom Ostgipfel der Kampenwand gestürzt und hatte sich schwer am Bein verletzt. Drei Einsatzkräfte der Bergwacht und der Wasserburger Bergwachtnotarzt stiegen zu der Verunfallten auf und versorgten die Verletzungen. Zum schonenden und schnellen Abtransport wurde der Rettungshubschrauber Christoph 14 angefordert, der die Frau per Winde aufnahm und direkt in die Traunsteiner Klinik flog.
Direkt im Anschluss benötigte ein 78-jähriger Mann aus dem Landkreis aufgrund eines internistischen Notfalls die Hilfe der Bergwacht. Der Mann konnte nach notärztlicher Versorgung sicher ins Tal gebracht werden.
Gegen 15:30 erfolgte die dritte Alarmierung des Tages – ein 76-jähriger Mann hatte sich auf dem Weg nach Aschau auf Höhe des Liftstüberls am Bein verletzt und konnte den Abstieg nicht mehr selbständig fortsetzen.
Der Mann wurde von der Bergwacht nach Aschau gebracht, von wo er zur weiteren Behandlung in eine Klinik gebracht wurde.
Fünf Einsatzkräfte der Wasserburger Bergwacht und der Bergwachtnotarzt waren rund 4,5 Stunden im Einsatz




Am Samstag, dem 23. August 2025 wurde unsere Dienstmannschaft gegen 14:30 Uhr zu einer verletzten Wanderin unterhalb der Kaisersäle alarmiert. Eine 43-jährige Frau aus Niederbayern hatte sich im Abstieg vom Ostgipfel am Bein verletzt und konnte nicht mehr selbständig absteigen.
Vier Einsatzkräfte stiegen zu der Frau auf, versorgten die Verletzung und bereiteten den Abtransport per Hubschrauber vor. Der Rettungshubschrauber Christoph Murnau nahm an der Steinlingalm einen Bergwacht-Luftretter auf, setzte diesen zusammen mit dem Notarzt per Winde an der Unfallstelle ab und nahm die Patientin – im Rettungssitz gesichert – in einem weiteren Windengang auf. Die Frau wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus nach Prien geflogen.
Fünf Einsatzkräfte der Bergwacht Wasserburg waren ca eineinhalb Stunden im Einsatz.



Zu zwei Einsätzen hintereinander wurde unsere Dienstmannschaft am Samstag, dem 28. Juni 2025 alarmiert.
Am Samstag fand auf der Kampenwand die jährliche Sommerübung der Bereitschaft statt, an der 20 Bergretterinnen und Bergretter unserer Bereitschaft teilnahmen.
Während der Übung alarmierte die Rettungsleitstelle gegen 11:15 Uhr zu einer verletzten Wanderin zwischen Gedereralm und Sultensattel.
Vier Einsatzkräfte machten sich auf den Weg Richtung Einsatzort, wobei nach telefonischer Rücksprache mit der Melderin klar wurde, dass sich die Patientin auf der Nordseite des Gederer Pfeilers in einem Geröllfeld befand. Eine 20-jährige Wanderin aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck befand sich im Aufstieg über einen Steig, der nördlich unter den Gederer Wänden zur Kampenwand führt. In einem steilen Geröllhang verletzte sie sich schmerzhaft am Bein und konnte nicht mehr selbständig weitergehen.
Der Wasserburger Bergwachtnotarzt und eine Bergwachtlerin stiegen zu der Frau ab und versorgten diese medizinisch. Zum schonenden Abtransport wurde der Rettungshubschrauber Christoph 1 aus München angefordert, der die Patientin in einem Winchgang mit dem Rettungsdreieck aufnahm und in die nächste Klinik flog.
Sechs Einsatzkräfte waren rund zwei Stunden im Einsatz.
Bereits auf der Rückfahrt von der Weissenalm zurück zur Diensthütte kam die nächste Alarmierung. Ein 85-jähriger Amerikaner war im Abstieg vom Ostgipfel der Kampenwand unterhalb der Kaisersäle gestürzt und hatte sich mittelschwer an Kopf und Oberarm verletzt. Als die Dienstmannschaft an der Steinlingalm eintraf, kam der Patient bereits in Begleitung von Passanten zu Fuß zur Bergwacht. Nach kurzer Wundversorgung wurde der Mann ins Tal gefahren und zur weiteren Behandlung vom Landrettungsdienst ins Priener Krankenhaus gebracht.
Sechs Einsatzkräfte waren eine Stunde im Einsatz.

Wasserburg: Wir kennen Sie von Ihrer Arbeit auf der Kampenwand, schauen bequem die „Bergretter“ vom Wohnzimmer aus, liken Ihre Beiträge auf Instagramm, und sind froh, dass Sie diesen Dienst verrichten. Wir schauen hinter die Kulissen der modernen Bergrettung, was steckt im Detail und vor allem, wie wird das alles finanziert.
Im Gespräch mit der Breitschaftsleitung Florian Zwingler, Simon Schatzeder und Fabian Posch erkennen wir das große Engagement und die Leidenschaft für die Bergrettung, was von den 45 Aktiven Einsatzkräften geleistet wird.
Die Leistung aller Bergretter ist ehrenamtlich, ohne Aufwandsentschädigung und sogar den größten Teil ihrer Ausrüstung finanziert jeder Bergretter aus eigener Tasche. Nur ein kleiner Teil der funktionellen Kleidung, Hardshell (Anorak), Midlayer (Isolation), Shirt und Berghose kann von der Bereitschaft finanziert werden. Der Rest der Kleidung, vor allem der Ausrüstung (Schuhe, Ski, Rucksack usw.), werden von jedem selbst bestritten.
Ein weiterer Kostenfaktor sind die Gebäude in Wasserburg und der Rettungsstützpunkt an der Kampenwand. Dort finden Ausbildung, Vorhalten von Rettungsmitteln und der Vorsorgedienst statt. Energiekosten, Versicherungen, Reparaturen am Kfz und Instandhaltung von Gebäuden werden aus eigenen Mitteln finanziert.
Unterstützung vom Innenministerium gibt es in Form des Mannschaftsfahrzeuges, des jährlichen Staatshaushaltes, sowie Benutzungsentgelte. Mit diesen Mitteln werden Rettungsgeräte, wie z.B. Ackja, Gebirgstrage, Seile und Funkgeräte beschafft. Diese finanzielle Unterstützung deckt jedoch nur ca. 1/3 der jährlichen Kosten.
Durchschnittlich werden die Wasserburger Bergretter zu 40 Einsätzen gerufen, welche ein großes Spektrum an kleinen Hilfeleistungen, Suchaktionen bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen, umfasst. Diese Einsätze finden in der Regel im Großraum Wasserburg, mit Unterstützung des Landrettungsdienst und hauptsächlich im Vorsorgedienst an Wochenende und Feiertagen im Bereich der Kampenwand statt.
Der Katastrophenschutz in Bayern gewinnt immer mehr an Bedeutung, wie zum Beispiel: Hochwasser und Waldbrände, wobei die Bergretter aus Wasserburg seit Jahren unterstützen. Mit Ihrer Erfahrung und speziellen Ausrüstung sind sie ein gefragter Partner.
Die Einsätze selbst werden pauschal über die Entgelte der Krankenkassen bezuschusst. Dieser Zuschuss deckt jedoch nur einen kleinen Teil der entstehenden Gesamtkosten.
Die Finanzierung der Bergwacht Wasserburg ist zu einem Teil durch das Innenministerium und durch Nutzungsentgelte der Krankenkasse gesichert. Ein erheblicher Anteil der Kosten wird durch das ehrenamtliche Engagement der Bergretter gestemmt. Ein nicht zu unterschätzender Restbetrag bleibt dennoch offen. Dieser wurde bisher über einzelne Spenden, Förderbeiträge und Erlöse aus Veranstaltungen gemeistert. Leider reicht diese Unterstützung noch nicht aus, um auf lange Sicht zukunftsträchtig zu bleiben.
Dies erhielten wir als Antwort im Gespräch mit der Bereitschaftsleitung.
Aufgrund der oben geschilderten Situation wurde nun der Förderverein für die Bergwacht Wasserburg am Inn gegründet.
Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Andreas Hartl, erfahren wir Näheres über den Zweck des Vereins.
Die Notwendigkeit der zusätzlichen finanziellen Unterstützung der Bergretter aus Wasserburg ist ihm eine Herzensangelegenheit, um die Einsatzfähigkeit der Wasserburger sicherzustellen. Förderbeiträge von regionalen Spendern werden ausschließlich für die Wasserburger Bergretter verwendet. Unterstützung für die Ausbildung, Beschaffung von neuem Rettungsgerät, Einsatzbekleidung und Erhaltung der Rettung Stützpunkte sind wesentliche Bestandteile, die dabei gefördert werden sollen. Dass der Verein zu 100 % ehrenamtlich und gemeinnützig arbeitet, ist für Hartl eine Selbstverständlichkeit. Der Förderverein kann dabei einen wichtigen Teil der Finanzierung der Wasserburger Bergretter übernehmen.
Sind Sie bergbegeistert, sozial engagiert, oder wollen Sie einen Betrag für die ehrenamtliche Tätigkeit der Bergwachtler leisten, dann unterstützen Sie den Förderverein. Bereits ab 20 € Jahresbeitrag werden Sie förderndes Vereinsmitglied und unterstützen die Arbeit der Bergwacht Wasserburg. Wir bedanken uns bereits im Voraus.
Unter www://foerderverein-Bergwacht-Wasserburg.de finden Sie weitere Informationen.
Auf dem Foto von links nach rechts zu sehen:
Jürgen Bacher (Revisor), Fabian Posch (Bereitschaftsleitung Bergwacht Wasserburg), Markus Schreiber (Beisitzer), Katrin Pugliese (Kassier), Andreas Hartl (Vorsitzender), Oliver Winter (Stellvertretender Vorsitzende), Simon Schatzeder (Bereitschaftsleitung Bergwacht Wasserburg), Harald Posch (Revisor). Auf dem Bild fehlen lorian Zwingler (Bereitschaftsleitung Bergwacht Wasserburg) und Bernhard Reitmeier (Beisitzer)
Eine Dokuserie zur Arbeit der Bergwacht
Bildquelle: 18.04.25 / https://www.br.de/nachrichten/bayern/doku-serie-in-hoechster-not-bergretter-im-einsatz,UhQOGrA18.04.25