Kampenwand Foto: Moritz Türk

Letzte Seilbahn verpasst – erschöpften Urlauber (75) an der Kampenwand gerettet

Zu einem medizinischen Notfall wurde unsere Dienstmannschaft am vergangenen Samstag 31.05.25 gegen 20:15 Uhr alarmiert.

Ein Urlauberehepaar aus Berlin hatte die letzte Talfahrt der Kampenwandseilbahn um 17:00 Uhr verpasst und wollte daher zu Fuß nach Aschau absteigen. Mit starken Kreislaufproblemen konnte der 75-jährige Ehemann den Abstieg gegen 20:00 nicht mehr eigenständig fortsetzen und alarmierte die Bergwacht.

Da der genaue Einsatzort nicht klar war und die beiden Urlauber ihren Standort nicht angeben konnten, machten sich drei Wasserburger Bergwachtler von oben und eine Mannschaft der Bergwacht Aschau von unten auf verschiedenen Wegen auf die Suche.

Während ein Wasserburger Bergwachtler den Ziehweg mit dem Einsatz-Mountainbike abfuhr, fuhren zwei weitere Einsatzkräfte über die obere Miesenau in Richtung Sonnenkurve und wollten anschließend den sog. Reitweg abgehen. Am Abzweig zum Reitweg trafen die beiden schließlich auf das erschöpfte Ehepaar. Nach kurzer Erstversorgung fuhr man den Mann mit dem ATV zur Skiabfahrt, wo das Rettungsfahrzeug der Bergwacht Aschau bereits wartete. Der Patient wurde liegend ins Tal zur Bergrettungswache gefahren und an den Notarzt des Landrettungsdienstes übergeben. Zur weiteren Versorgung wurde der Patient ins Krankenhaus nach Prien gebracht.

10 Bergwachtmänner waren bis 23:00 Uhr im Einsatz.

Beitragsbild: Symbolbild – Foto: Moritz Türk

Bergwachteinsatz an der Kampenwand – Urlauberin verletzt sich beim Abstieg

Aschau im Chiemgau, 10. Mai 2025 – Am Samstagnachmittag gegen 15:00 Uhr wurde die Bergwacht Wasserburg zu einem Einsatz an der Kampenwand alarmiert. Eine 64-jährige Urlauberin aus dem Schwarzwald war im Bereich zwischen den Kaisersälen und der Steinlingalm beim Abstieg gestürzt und hatte sich dabei mittelschwere Verletzungen zugezogen.

Die Erstversorgung der Patientin erfolgte durch die Einsatzkräfte der Bergwacht Wasserburg. Aufgrund der Verletzungen wurde der Rettungshubschrauber „Heli 3“ aus Kufstein nachgefordert. Nach der weiteren notärztlichen Versorgung wurde die Frau oer Bergetau zur Steinlingalm und von dort aus in die Klinik geflogen.

Insgesamt waren acht Einsatzkräfte der Bergwachten Wasserburg und Aschau rund eineinhalb Stunden im Einsatz.

250509 Jahreshauptversammlung Förderverein

Neuer Verein in Wasserburg – Bergrettung braucht Unterstützung

Wasserburg: Wir kennen Sie von Ihrer Arbeit auf der Kampenwand, schauen bequem die „Bergretter“ vom Wohnzimmer aus, liken Ihre Beiträge auf Instagramm, und sind froh, dass Sie diesen Dienst verrichten. Wir schauen hinter die Kulissen der modernen Bergrettung, was steckt im Detail und vor allem, wie wird das alles finanziert.

Im Gespräch mit der Breitschaftsleitung Florian Zwingler, Simon Schatzeder und Fabian Posch erkennen wir das große Engagement und die Leidenschaft für die Bergrettung, was von den 45 Aktiven Einsatzkräften geleistet wird.

Die Leistung aller Bergretter ist ehrenamtlich, ohne Aufwandsentschädigung und sogar den größten Teil ihrer Ausrüstung finanziert jeder Bergretter aus eigener Tasche. Nur ein kleiner Teil der funktionellen Kleidung, Hardshell (Anorak), Midlayer (Isolation), Shirt und Berghose kann von der Bereitschaft finanziert werden. Der Rest der Kleidung, vor allem der Ausrüstung (Schuhe, Ski, Rucksack usw.), werden von jedem selbst bestritten.

Ein weiterer Kostenfaktor sind die Gebäude in Wasserburg und der Rettungsstützpunkt an der Kampenwand. Dort finden Ausbildung, Vorhalten von Rettungsmitteln und der Vorsorgedienst statt. Energiekosten, Versicherungen, Reparaturen am Kfz und Instandhaltung von Gebäuden werden aus eigenen Mitteln finanziert.

Unterstützung vom Innenministerium gibt es in Form des Mannschaftsfahrzeuges, des jährlichen Staatshaushaltes, sowie Benutzungsentgelte. Mit diesen Mitteln werden Rettungsgeräte, wie z.B. Ackja, Gebirgstrage, Seile und Funkgeräte beschafft. Diese finanzielle Unterstützung deckt jedoch nur ca. 1/3 der jährlichen Kosten.

Durchschnittlich werden die Wasserburger Bergretter zu 40 Einsätzen gerufen, welche ein großes Spektrum an kleinen Hilfeleistungen, Suchaktionen bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen, umfasst. Diese Einsätze finden in der Regel im Großraum Wasserburg, mit Unterstützung des Landrettungsdienst und hauptsächlich im Vorsorgedienst an Wochenende und Feiertagen im Bereich der Kampenwand statt.

Der Katastrophenschutz in Bayern gewinnt immer mehr an Bedeutung, wie zum Beispiel: Hochwasser und Waldbrände, wobei die Bergretter aus Wasserburg seit Jahren unterstützen.   Mit Ihrer Erfahrung und speziellen Ausrüstung sind sie ein gefragter Partner.

Die Einsätze selbst werden pauschal über die Entgelte der Krankenkassen bezuschusst. Dieser Zuschuss deckt jedoch nur einen kleinen Teil der entstehenden Gesamtkosten.

Die Finanzierung der Bergwacht Wasserburg ist zu einem Teil durch das Innenministerium und durch Nutzungsentgelte der Krankenkasse gesichert. Ein erheblicher Anteil der Kosten wird durch das ehrenamtliche Engagement der Bergretter gestemmt. Ein nicht zu unterschätzender Restbetrag bleibt dennoch offen. Dieser wurde  bisher über einzelne Spenden, Förderbeiträge und Erlöse aus Veranstaltungen gemeistert. Leider reicht diese Unterstützung noch nicht aus, um auf lange Sicht zukunftsträchtig zu bleiben.

Dies erhielten wir als Antwort im Gespräch mit der Bereitschaftsleitung.

Aufgrund der oben geschilderten Situation wurde nun der Förderverein für die Bergwacht Wasserburg am Inn gegründet.

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Andreas Hartl, erfahren wir Näheres über den Zweck des Vereins.

Die Notwendigkeit der zusätzlichen finanziellen Unterstützung der Bergretter aus Wasserburg ist ihm eine Herzensangelegenheit, um die Einsatzfähigkeit der Wasserburger sicherzustellen. Förderbeiträge von regionalen Spendern werden ausschließlich für die Wasserburger Bergretter verwendet. Unterstützung für die Ausbildung, Beschaffung von neuem Rettungsgerät, Einsatzbekleidung und Erhaltung der Rettung Stützpunkte sind wesentliche Bestandteile, die dabei gefördert werden sollen. Dass der Verein zu 100 % ehrenamtlich und gemeinnützig arbeitet, ist für Hartl eine Selbstverständlichkeit. Der Förderverein kann dabei einen wichtigen Teil der Finanzierung der Wasserburger Bergretter übernehmen.

Sind Sie bergbegeistert, sozial engagiert, oder wollen Sie einen Betrag für die ehrenamtliche Tätigkeit der Bergwachtler leisten, dann unterstützen Sie den Förderverein. Bereits ab 20 € Jahresbeitrag werden Sie förderndes Vereinsmitglied und unterstützen die Arbeit der Bergwacht Wasserburg. Wir bedanken uns bereits im Voraus.

Unter www://foerderverein-Bergwacht-Wasserburg.de finden Sie weitere Informationen.

Auf dem Foto von links nach rechts zu sehen:

Jürgen Bacher (Revisor), Fabian Posch (Bereitschaftsleitung Bergwacht Wasserburg), Markus Schreiber (Beisitzer), Katrin Pugliese (Kassier), Andreas Hartl (Vorsitzender), Oliver Winter (Stellvertretender Vorsitzende), Simon Schatzeder (Bereitschaftsleitung Bergwacht Wasserburg), Harald Posch (Revisor). Auf dem Bild fehlen lorian Zwingler (Bereitschaftsleitung Bergwacht Wasserburg) und Bernhard Reitmeier (Beisitzer)

Ausbildungsfahrt der Höhlenretter der Wasserburger Bergwacht nach Triest – Interessante Trainingswoche im Karstgebiet der Dinarischen Alpen

In der Bergwacht Bayern ist eine Gruppe speziell ausgebildeter Einsatzkräfte für die Rettung aus Höhlen organisiert. Aufgabe der Höhlenrettung ist die Rettung und Evakuierung von verunfallten Personen aus Höhlen, Schächten oder Bergwerken.
In unserer Region gibt es insgesamt fünfzehn Höhlenretter aus den Bergwachtbereitschaften Wasserburg, Rosenheim, Oberaudorf, Murnau und Sachrang.

Wie jedes Jahr trafen sich die aktiven Höhlenretter Ende April zu einer Trainings- und Ausbildungswoche im Karstgebiet nordwestlich der italienischen Stadt Triest. Das Plateau in den sog. Dinarischen Alpen enthält mehr als 3000 kartographisch erfasste Höhlen in unterschiedlichsten Längen und Tiefen. Ziel der jährlichen Ausbildungsfahrt ist das gemeinsame Begehen und Absichern von Höhlen. Im Fokus standen dabei nicht Rettungsübungen mit Verletzten, sondern das gemeinsame Üben von Techniken, der Kommunikation unter Tage, sowie der sichere Auf- und Abstieg in komplexen Höhlensystemen.

In mehreren Teams wurden insgesamt neun technisch anspruchsvolle Höhlen befahren.
Höhepunkt war unter anderem die Befahrung einer selten begangenen Schachthöhle, die mit einer senkrechten 100-Meter-Abseilfahrt begann und in der Tiefe in ein kompliziertes System aus übereinander liegenden Kammern, getrennt durch natürliche Brücken und verkeilte Felsblöcke führte.

Die erlebnisreiche Trainingswoche bot den Einsatzkräften eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und sich auf zukünftige Einsätze unseren heimischen Höhlen vorzubereiten.