Auf der Südseite der Kampenwand im Schnee verstiegen – Rettungseinsatz

Zu einem Rettungseinsatz wurde die Dienstmannschaft der Wasserburger Bergwacht am Samstag, dem 22. März gegen 15:30 Uhr alarmiert.

Eine 49-jährige Frau aus Baden-Württemberg war mit ihrer 24-jährigen Begleiterin aus München auf einer Wanderung rund um die Kampenwand unterwegs. Im Bereich des sog. Raffen verfehlten sie den Steig, der südseitig Richtung Kampenwandseilbahn führt und stiegen stattdessen in Richtung Ostgipfel auf. Unterhalb eines Steilaufschwungs kamen die beiden im tiefen Schnee nicht mehr weiter und setzten – auch aufgrund der bereits fortgeschrittenen Tageszeit – einen Notruf ab.

Von der Diensthütte stiegen zwei Bergwachtmänner mit Seilen und Sicherungsmaterial von der Nordseite zum Ostgipfel auf und konnten die beiden Frauen bald erreichen. Zwei weitere Einsatzkräfte gelangten kurz darauf von der Südseite die Einsatzstelle. Am Seil gesichert gelang es, die Wanderinnen über das verschneite Steilgelände zum Ostgipfel der Kampenwand zu führen. Von dort stieg man gemeinsam zur Steinlingalm ab. Mit dem Bergwachtfahrzeug wurden die die beiden Frauen ins Tal nach Aschau gebracht.

Fünf Einsatzkräfte waren drei Stunden lang im Einsatz.

Von links: Fabian Posch (3. Bereitschaftsleiter), Florian Zwingler (Bereitschaftsleiter), Simon Schatzeder (2. Bereitschaftsleiter)

Jahreshauptversammlung der Bergwacht Wasserburg mit Neuwahlen – Erweiterung der Bereitschaftsleitung

Am vergangenen Freitag 14.03.25 fand die Jahreshauptversammlung der Bergwacht Wasserburg mit den turnusgemäß alle vier Jahre anstehenden Neuwahlen statt.

Die Organisation zählte zum 31. Dezember 77 Mitglieder, davon 43 aktive Einsatzkräfte und 6 Anwärter.

Die Bereitschaftsleitung um Fabian Posch und Florian Zwingler dankte den Mitgliedern und deren Partnern für die Arbeit und das enorme Engagement, das im vergangenen Jahr geleistet wurde.

Im Jahr 2024 wurde die Wasserburger Bergwacht zu insgesamt 33 Einsätzen an der Kampenwand alarmiert. Hinzu kommen 3 Einsätze, zu welchen die Bergwacht zur Unterstützung des Landrettungsdienstes in unwegsamem Gelände im Raum Wasserburg ausrückte. Aufgrund des relativ unbeständigen und schlechten Wetters im letzten Sommer war das eine eher unterdurchschnittliche Einsatzzahl im Vergleich der letzten Jahre.

Weit überdurchschnittlich waren hingegen die Aus- und Fortbildungstage, die von den Aktiven ehrenamtlich besucht wurden. Zu den durchgeführten Bereitschaftsausbildungen, die in jedem Monat in Wasserburg angeboten werden, kamen zahlreiche überregionale Fortbildungen in Notfallmedizin, Höhlenrettung, Rettungstechnik und Canyonrettung hinzu, die die Wasserburger in ihrer Freizeit im gesamten bayerischen Alpenraum besuchten. Ausbildungsleiter Stefan Hannl berichtete auch von sechs Hubschrauberübungen, an denen die bestellten Luftretter in Zusammenarbeit mit Bundespolizei, ADAC, Bundeswehr und Polizeihubschrauberstaffel teilnahmen.

Drei Anwärter legten im Jahr 2024 die letzte der notwendigen Prüfungen zur Aktiven Einsatzkraft in der Bergwacht ab. Die Winterprüfung fand an der Alpspitze in Garmisch-Partenkirchen statt.

Eine Sonderstellung hinsichtlich Engagement und Ausbildungsaufwand nehmen – wie gewohnt – die beiden Einsatzhundeführer Andreas Bartl und Franz Schreiber ein. Die Wasserburger Hundeführer waren mit ihren Hunden im Jahr 2024 überregional an 2 Lawinen- und 5 Sucheinsätzen beteiligt.

Zur Teilnahme an insgesamt 49 Übungen kamen noch 25 Ausbildungstage in Bayern und Österreich hinzu. Franz Schreiber nahm im letzten Jahr bereits zum 40. Mal an der jährlichen Hundeführer-Ausbildungswoche am Kreuzeckhaus bei Garmisch-Partenkirchen teil. Er ist damit der dienstälteste aktive Hundeführer in ganz Bayern.

Der Finanzverantwortliche Thomas Hofmann konnte von einem stabilen Haushaltsjahr berichten. Die Bergwacht finanziert sich zum größten Teil aus privaten Spendern und Fördermitgliedsbeiträgen. Besonderer Dank gilt allen 220 Förderern, die die Arbeit der Bergwacht mit Geld- und Sachspenden – zum Teil schon jahrzehntelang – großzügig unterstützen.  Finanzielle Herausforderungen für das Jahr 2025 stellen die Erneuerung der Einsatzbekleidung dar, sowie die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Diensthütte auf der Kampenwand.

Im Zuge der Neuwahlen wurde die Bereitschaftsleitung um einen zweiten Stellvertreter erweitert. Einstimmig wurden zum 1. Bereitschaftsleiter Florian Zwingler (bisher Stellvertreter), zum 2. Bereitschaftsleiter Simon Schatzeder und zum zweiten Stellvertreter Fabian Posch (bisher Bereitschaftsleiter) gewählt.

Zu weiteren Ressortverantwortlichen wurden ebenfalls einstimmig Thomas Hofmann (Finanzen), Felix Mühlhuber (Ausbildung), Dr. med. Simon Weber (Notfallmedizin), Valentin Mayer (Technik) und Florian Zwingler (Fahrzeuge) gewählt. Mit einer stabilen und schlagkräftigen Mannschaft ist die Wasserburger Bergwacht auch für die Zukunft optimal aufgestellt.

Das Foto zeigt von links: Fabian Posch (3. Bereitschaftsleiter), Florian Zwingler (Bereitschaftsleiter), Simon Schatzeder (2. Bereitschaftsleiter)

ATV auf Einsatzfahrt am Münchner Haus

Verletzter Kletterer am Münchner Haus – Abendlicher Einsatz für die Wasserburger Bergwacht

Am Samstag, dem 08. März, wurde unsere Dienstmannschaft gegen 17:30 Uhr zu einem Einsatz am Münchner Haus alarmiert.

Ein 28-jähriger Kletterer aus München wollte einige Zeit zuvor südseitig vom Gmelchturm abseilen. Hierbei kam er zu Sturz und pendelte seilgesichert ca. 10 m gegen eine Felswand.
Mit stark deformiertem Helm und leichten Verletzungen schaffte der gut ausgerüstete Kletterer zusammen mit seinen Seilpartnern noch den Weg am Südwandsteig zum Münchner Haus.

Zwei Einsatzkräfte querten zu Fuß von der Bergwachthütte zum Einsatzort, ein Bergwachtmann fuhr mit dem ATV über die Skipiste von der Gorialm zum Patienten.
Nach der Erstversorgung des Kletterers wurde dieser mit dem Quad zur Gorialm gebracht, in das Bergwachtfahrzeug der Kollegen aus Aschau umgeladen und ins Tal gebracht. Der weitere Transport in die Klinik erfolgte durch den Landrettungsdienst.

Fünf Einsatzkräfte waren rund 1,5 h im Einsatz.