Gederer Wand / Zwölferturm

Anspruchsvoller Felseinsatz am Gedererpfeiler

Zu einem anspruchsvollen Felseinsatz mit glücklichem Ausgang kam es am vergangenen Samstag, dem 20.07. gegen 16:20 Uhr.

Ein sehr erfahrener und gut trainierter Kletterer aus Unterfranken, der die Route bereits aus mehreren Begehungen kannte, war in die brüchige und selten begangene Schmidkunzführe in der Nordwand des Gederer Pfeilers eingestiegen. Die Klettertour im III. Schwierigkeitsgrad führt hinter dem abgespaltenen Turm des Gederer Pfeilers durch eine höhlenartig geformte Halle auf die Ostseite der Gedererwand. Im Bereich der sog. Halle verletzte sich der 54-jährige, so dass er kurzfristig nicht mehr weiterklettern konnte und einen Notruf absetzte.

Zwei Wasserburger Bergwachtler, die sich zufällig auf einer privaten Tour auf der Nordseite der Gedererwand aufhielten, stiegen direkt nach dem Alarm zum Wandfuß auf und konnten Rufkontakt mit dem Kletterer herstellen. Fünf Einsatzkräfte der Dienstmannschaft rückten mit umfangreichem Seil- und Bergematerial von der Diensthütte an der Kampenwand von oben zur vermuteten Einsatzstelle aus, parallel war der Rettungshubschrauber Christoph 1 aus München zu dem Einsatz alarmiert.

Nach mündlicher Abklärung durch die beiden Bergwachtmänner am Wandfuß zu den Verletzungen des Kletterers, meinte dieser, den Weiterweg nun doch aus eigener Kraft fortsetzen zu können. Da nicht klar war, ob der Mann ohne Unterstützung zum Ausstieg weitersteigen konnte, stieg ein Bergwachtler zu dem Mann auf, klärte das Verletzungsmuster ab und stieg gemeinsam mit dem Verunfallten durch den zweiten Teil der Kletterroute zum Ausstieg am Gipfelgrat zur Gedererwand. Gemeinsam mit den Bergwachtmännern aus der Dienstmannschaft stieg man mit dem Kletterer ab zum Rossboden, von wo der Mann den weiteren Abstieg alleine antreten konnte.

Durch die zufällige und schnelle Abklärung der Bergwachtmänner vor Ort konnte ein aufwändiger und anspruchsvoller Rettungseinsatz mit dem Hubschrauber verhindert werden.

Sieben Einsatzkräfte waren knapp zwei Stunden im Einsatz.

Quelle: Drohnenbilder, Joscha Foth

Patient wird ins Bergetau eingehängt

Sprunggelenksfraktur auf der Kampenwand-Südseite

Am Sonntag, dem 14. Juli wurde unsere Dienstmannschaft um 14:20 Uhr zu einem Einsatz auf die Südseite der Kampenwand alarmiert. Ein 45-jähriger Mann aus dem Landkreis Dillingen hatte zusammen mit seinen drei Begleitern auf einer Wanderung das Kampenwandmassiv umrundet, war auf dem Steig südlich unterhalb des Westgipfels ausgerutscht und hatte sich schwer am Bein verletzt.

Ein Begleiter setzte den Notruf ab und stieg südseitig zur Sonnenalm auf, um den drei eintreffenden Bergwachtmännern die genaue Einsatzstelle mitzuteilen. Die drei Einsatzkräfte stiegen zu dem Verunfallten ab und versorgten die Verletzungen. Aufgrund der Geländebeschaffenheit und um einen schnellen und schonenden Transport in die Klinik zu gewährleisten entschied man sich dafür, den Patienten auszufliegen. Der Tiroler Rettungshubschrauber Heli 3 aus Kufstein nahm den Patienten am Rettungstau auf, flog ihn zu einem Zwischenlandeplatz unterhalb des Kampenwand-Westgipfels und transportierte ihn zur weiteren Versorgung ins Klinikum Rosenheim.

Fünf Bergwachtmänner waren knapp zwei Stunden lang im Einsatz.

Am Samstag, dem 13. Juli benötigte eine 60 Jahre alte Frau aus Hessen die Hilfe der Bergwacht. Aufgrund eines akuten Erschöpfungszustandes konnte die Wanderin das Tal nicht mehr aus eigener Kraft erreichen und wurde von der Schlechtenberger Kapelle nach Aschau gefahren. Ein Begleiter fuhr die Dame zur weiteren medizinischen Abklärung in das nächste Klinikum.